Erweiterung im Bestand

KNX-Anlage erweitern — erst prüfen, was der Bus trägt.

Die Anlage läuft seit Jahren, das ETS-Projekt liegt vor — und jetzt soll etwas dazukommen: ein Anbau, das ausgebaute Dachgeschoss, der Außenbereich, eine Wärmepumpe. Ob daraus eine Erweiterung wird oder ein Umbau der Topologie, entscheidet nicht das neue Gerät, sondern die Anlage darunter. Wir prüfen, was sie heute an Reserven hat, und planen die Erweiterung im vorhandenen Projekt.

  • Kapazität prüfen, bevor etwas dazukommt
  • Erweiterung im vorhandenen ETS-Projekt statt daneben
  • Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher und Wallbox angebunden
  • Auch „reicht nicht mehr" ist ein Ergebnis
Kapazität prüfen lassen
Die Ausgangslage

Vier Anlässe, dieselbe erste Frage.

Räume kommen dazu

Anbau, Aufstockung, ausgebautes Dachgeschoss: Licht, Beschattung und Heizung sollen dort so laufen wie im Rest des Hauses. Ob das so einfach geht, entscheidet sich an der Linie, an der der neue Teil hängen soll — ob sie noch Teilnehmer aufnimmt und wie weit die vorhandene Leitung reicht.

Energietechnik kommt ins Haus

Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher, Wallbox — vier Geräte mit eigener Regellogik, die einzeln funktionieren und erst dann zusammenspielen, wenn sie voneinander wissen. Die vorhandene KNX-Anlage kann diese Klammer sein; ob sie es wird, hängt an den Schnittstellen der Geräte und an den Datenpunkten, die sie freigeben.

Draußen kommt dazu

Carport mit Ladepunkt, Gartenbeleuchtung, Tor, Pool: Draußen hängt alles an einer Busleitung, die aus dem Gebäude herausführt. Dazu gehören der Überspannungsschutz für diese Leitung, der Abstand zu den 230-Volt-Leitungen und die Anforderungen an Geräte im Freien — Fragen, die an den Anfang der Planung gehören.

Eine Fläche wird neu belegt

Aus dem Gästezimmer wird ein Büro, aus einer Einheit werden zwei, ein Mieter zieht ein und braucht eine eigene Zone. Die Geräte bleiben, die Anforderung ändert sich: andere Zuordnungen, andere Zeitprogramme, andere Auswertung. Mit vollständigem Projekt ist das planbar — offen ist, ob die Struktur eine weitere Zone trägt.

Unser Vorgehen

Was wir prüfen, bevor etwas dazukommt.

01

Linien und Busstrom

Wie viele Teilnehmer hängen an einem Segment, was gibt das Netzteil an Busstrom her, und wie hoch ist die Telegrammlast über einen längeren Zeitraum — nicht der Momentanwert zählt, sondern die Spitzen, wenn Zentralbefehle oder Beschattungsfahrten alles gleichzeitig auslösen.

02

Adressen und Struktur

Knapp sind nicht die Gruppenadressen, sondern die physikalischen: Sie sind je Segment begrenzt. Kommt ein Koppler dazu, ändern sich die Adressen dahinter; die betroffenen Geräte werden neu adressiert und neu geladen. Ältere Koppler filtern nur die Hauptgruppen 0 bis 13 — das gibt dem Adressschema die Richtung vor.

03

Reserven in der Hardware

Grenzen setzt eher die Hardware als das Projekt: ob am Aktor noch ein Kanal frei ist, ob die Leitung bis zur gewünschten Stelle liegt, wie das Netzteil ausgelastet ist. Dazu freie Teilungseinheiten und Klemmen im Verteiler. Geöffnet wird er von unseren eigenen Elektrikern der elektrofabrik oder von Ihrem Betrieb — wir sehen es uns mit an.

04

Energietechnik anbinden

Wärmepumpe, Wechselrichter, Speicher und Ladepunkt bringen unterschiedliche Wege mit: potentialfreie Kontakte nach SG-Ready über einen KNX-Schaltaktor, Modbus RTU oder TCP über ein Gateway, EEBus, seltener ein herstellereigenes KNX-Modul. Welche Datenpunkte ein Gerät liest und schreibt, steht in seiner Datenpunktliste — der Weg bestimmt den Umfang.

05

Lastmanagement und Prioritäten

KNX ordnet, es regelt nicht alles: Den Überschuss verteilt in der Regel der Energiemanager des Wechselrichters, die harte Grenze am Hausanschluss hält die Absicherung, und die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG läuft über die Steuereinrichtung des Netzbetreibers. Am Bus liegen Freigaben, Prioritäten, Zeitfenster und die Anzeige.

06

Wenn die Reserven nicht reichen

Ist das Segment an der Teilnehmergrenze oder das Netzteil ausgereizt, kommt Hardware dazu: ein weiteres Segment über einen Linienverstärker oder eine zusätzliche Linie, jeweils mit eigener Spannungsversorgung — geplant von uns, eingebaut von der elektrofabrik oder Ihrem Betrieb. Das ist Umbau statt Zubau, und wir sagen es, sobald wir es sehen.

Auch im Gewerbe: Mieterausbau und zusätzliche Zonen entstehen im KNX-Projekt selbst — mit eigenem Segment, Koppler und Spannungsversorgung —, während die Aufschaltung auf eine Gebäudeleittechnik über ein Gateway läuft, meist auf BACnet, und dort die Frage ist, welche Datenpunkte die Anlage überhaupt anbietet: Funktionen, die heute nur lokal im Gerät parametriert sind, brauchen erst eine Gruppenadresse und einen Download.

Angrenzende Lagen. Fehlt die Projektdatei, beginnt es eine Stufe früher bei der Bestandsaufnahme — ohne sie ist jede Kapazitätsaussage geraten. Ist gar nicht mehr klar, wer die Anlage betreut, geht es zuerst um die Übernahme. Und wenn nichts dazukommen, sondern Vorhandenes ersetzt werden soll, ist das keine Erweiterung, sondern eine Modernisierung. Und führt an die gewünschte Stelle gar kein Buskabel, geht es per Funk im selben Standard.

Vor der Entscheidung

Erst prüfen, dann planen.

Ob Ihre Anlage das neue Vorhaben trägt, entscheidet sich an Linien, Adressen und Reserven — nicht am neuen Gerät. Vier Fragen, dann sortieren wir das gemeinsam.

  1. 01
    Wir lesen Ihre Antworten und melden uns — in der Regel am selben Werktag.
  2. 02
    Zehn Minuten am Telefon, in denen wir sortieren, was vorhanden ist und was fehlt. Ein Foto der Verteilung hilft, ist aber keine Bedingung.
  3. 03
    Danach eine schriftliche Einschätzung mit Aufwandsrahmen. Erst dann entscheiden Sie.

Auch „bei Ihnen lohnt sich das nicht“ ist ein Ergebnis, das wir Ihnen sagen. Beides kostet Sie nichts.

Lieber gleich sprechen+49 211 838 66 870

Notiz für das Gespräch

01

Wie heißen Sie, und wie erreichen wir Sie?

Die E-Mail brauchen wir für die schriftliche Einschätzung. Eine Nummer nur, wenn Ihnen ein Rückruf lieber ist.

02

Um welches Objekt geht es, und wo steht es?

Im Rheinland kommen wir vorbei. Liegt das Objekt weiter weg, beginnen wir mit einer Ferndiagnose, bevor jemand anreist.

03

Gibt es eine ETS-Projektdatei?

„Weiß ich nicht“ ist hier die häufigste Antwort und völlig in Ordnung — die Frage entscheidet nur, wo wir anfangen.

Woran erkenne ich, ob es die Datei überhaupt gibt?

Sie endet auf .knxproj und liegt meist im Übergabeordner des Elektrobetriebs, auf einem USB-Stick oder als Mailanhang. Findet sich nichts, ist das bei übernommenen Häusern der Normalfall — wir arbeiten dann mit dem, was die Anlage selbst hergibt. Ein Foto der Verteilung hilft uns weiter; die Abdeckung öffnet bitte nur eine Elektrofachkraft.

04

Was ist der Anlass?

Zwei, drei Sätze reichen. Fachbegriffe brauchen Sie keine — das sortieren wir im Gespräch.

Es liest ein Planer aus unserem Team — jemand, der sich die Anlage später selbst ansehen würde. Angaben zu Ihrem Objekt behandeln wir vertraulich und zeigen sie in keiner Referenz.

Ihre Angaben nutzen wir ausschließlich zur Bearbeitung dieser Anfrage. Details in unserer Datenschutzerklärung.

FAQ

Klar beantwortet.

Lässt sich unsere bestehende KNX-Anlage überhaupt erweitern?

Ja, dafür ist das Projekt da. Mit dem vollständigen ETS-Projekt sind neue Geräte, zusätzliche Gruppenadressen und auch eine weitere Linie planbar: Wir sehen die vorhandene Topologie und die freien Adressbereiche und bauen darauf auf. Grenzen setzt eher die Hardware als das Projekt — ob am Aktor noch ein Kanal frei ist, ob die Leitung bis zur gewünschten Stelle liegt, wie das Netzteil ausgelastet ist. Stammt Ihr Projekt aus einer Rekonstruktion, prüfen wir zusätzlich gerätescharf: Gira weist für den Tastsensor 2 mit Controller selbst darauf hin, dass Änderungen nach dem Auslesen nicht dauerhaft im Gerät ankommen, und empfiehlt, es neu einzufügen und neu zu programmieren.

Reicht unser vorhandenes ETS-Projekt für die Erweiterung?

Meistens ja, aber zwei Prüfungen gehören dazu. Erstens die ETS-Generation und die Produktdaten: Geräte, deren Applikation nur als altes Plug-in existiert, lassen sich mit aktueller ETS oft nicht mehr parametrieren — dann bleibt der Tausch oder das Arbeiten auf einer älteren Version. Zweitens der Zugang: Projektpasswort, bei einer KNX-Secure-Anlage der Keyring. Ohne Schlüssel lässt sich ein Secure-Gerät weder auslesen noch neu laden, und der aufgedruckte FDSK hilft nicht, weil er bei der Erstinbetriebnahme ersetzt wird. Fehlt die Projektdatei ganz, beginnt der Weg eine Stufe früher — beim Auslesen der Anlage, das wir auf einer eigenen Seite beschreiben.

Läuft die Anlage weiter, während erweitert wird?

Nicht durchgehend, und wir versprechen das auch nicht. Jeder Programmiervorgang unterbricht die Funktion des betroffenen Geräts — je nach Umfang Sekunden bis einige Minuten, dazu der Neustart danach. Beim Abgleich einzelner Funktionen schalten reale Verbraucher: Licht geht an, eine Jalousie fährt. Zusagen können wir ein geräteweises Vorgehen und abgestimmte Zeitfenster, in denen klar ist, welcher Teil des Hauses gerade nicht wie gewohnt reagiert. In bewohnten Häusern und in Objekten im Betrieb legen wir diese Fenster vorher mit Ihnen fest.

Die Wärmepumpe ist schon bestellt — geht das noch?

Ja, nur ist die Reihenfolge dann eine andere. Steht das Gerät fest, arbeiten wir mit dem, was es anbietet: Über die SG-Ready-Kontakte sind es zwei Schaltbefehle und vier Betriebszustände, mehr nicht — Betriebsdaten und Sollwerte gibt es erst über Modbus, EEBus oder ein herstellereigenes Modul. Beim Ladepunkt gilt dasselbe: Überschussladen setzt eine steuerbare Wallbox voraus und beginnt physikalisch bei rund sechs Ampere je Phase. Wir klären das je Gerät an der Datenpunktliste. Gibt ein Gerät nichts Brauchbares her, bleibt es eigenständig, und das sagen wir Ihnen.

Was kostet eine Erweiterung?

Eine pauschale Zahl gibt es bei uns nicht. Der Aufwand hängt daran, wie viele Geräte dazukommen, ob die vorhandene Topologie sie trägt und wie gepflegt das Projekt ist. Deshalb steht die Kapazitätsprüfung am Anfang: Danach lässt sich der Umfang benennen, vorher wäre jede Zahl geraten. Getrennt bleiben auch die Rechnungen: Planung, Programmierung und Dokumentation kommen von uns, Material und Montage von unserer Schwesterfirma elektrofabrik — oder von Ihrem Betrieb, wenn Sie schon einen haben. Das aktualisierte ETS-Projekt und die Dokumentation bekommen Sie ausgehändigt.

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Alles zum KNX-Service

Erweitern ist einer von mehreren Wegen an einer Anlage, die schon steht. Der Verteiler sortiert nach Ihrer Ausgangslage — und führt auch dorthin, wo es beginnt, wenn Unterlagen fehlen.

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smartfabrik ist ein Smart-Home-Planungsbüro mit Sitz in Düsseldorf (Reisholzer Werftstr. 31A). Wir planen für private Bauherren und Unternehmen in Köln, Düsseldorf und ganz Nordrhein-Westfalen — auf Wunsch bundesweit und international. Ein Auszug der Orte, an denen wir bereits geplant und umgesetzt haben: